Zur phänomenologischen Reduktion 目前无人评价
读书笔记 Text Nr. 20

Wie sich der Rückgang auf das Urphänomenale des Ego gestalten muss (Im Anschluss an Text Nr. 19) 5 (um September 1931)

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In der lebendigen Gegenwart lebt das Ich als "fungierendes" anonym auf das oder jenes Gegenständliche hin gerichtet; in ihr reflektiert es eventuell in der Form der Überschau über die leben- 20 dige Gegenwart bzw. auf sich als in ihr waltend, reflektiert eventuell wieder und ftndet, dass die lebendige Gegenwart eine neue ist, in der der fertige Reflexionsakt, der, ihm vorgängig, lebendige Gegenwart überschauend, mit dieser selbst als "Vergangenheit" enthalten ist usw.

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Der Bewusstseinsstrom hat die Seinsform der Zeit - wenn unter "Bewusstseinsstrom" in naiver Weise verstanden ist das, was ich, kurz gesagt, als transzendentales Reduktionsgebilde meines gesamten psychischen Seins und Lebens jeweils gewinne, wobei andererseits das psychische Leben als Verweltlichtes des Transzendentalen sich ergibt. Die Naivität besteht darin, dass ich mir noch nicht klargemacht habe, dass ich, um das Wie dieser Objektivation und der Weltobjektivation auszulegen, mich selbst als transzendentales Ich so nehmen muss und so thematisieren muss, wie ich wirklich das "Urphänomen" zu Anfang der transzendentalen Einstellung für mich bin, URBODEN ALLER GELTUNGEN, die erst von mir her ins Spiel zu setzen sind als Geltungen; oder anders ausgedrückt: Um mich selbst zu verstehen als das Ich, das in sich diejenige Leistung zustandebringt, in welcher für mich seiende Welt in Geltung ist (und in immer neuen Modis zur Geltung kommt - zunächst unter dem Titel der Welt der Erfahrung -), muss ich mich vorerst selbst sehen lernen, wie ich in diesem Leisten als noch unverstandenem bin, während ich der urphänomenalen TATSACHE gemäß beständig Welt erfahre, menschlich mich als in der Welt erfahre, menschlich in der Weit handelnd, vielfältig mit ihr bloß betrachtend oder sonst wie praktisch beschäftigt bin. Um mich aber als das zu verstehen, muss ich jeder Versuchung widerstehen, für mich in diesem unverstandenen weltkonstituierenden Sein irgendetwas in Anspruch zu nehmen, was selbst wieder in einer Verkettung und Grundgrundung von Leistungen aus mir und durch mich zur Geltung kommt.

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Wir können auch sagen, ich muss die phänomenologische Reduktion nicht abschließen damit, dass ich die Welt einklammere und darin mein raumzeitlich reales Menschsein in der Welt (und erst recht das anderer Menschen) einklammere, sondern auf mich als transzendentales Ich und transzendentales Leisten, also transzendentales Leben zurückgeworfen, muss ich an diesem selbst transzendentale Reduktion üben, nämlich alle mir naiv auferlegten Apperzeptionen einklammern, die selbst schon fundierte Leistungen sind. [1] [1] Das naiv gewonnene transzendentale Ich muss selbst wieder einer transzendentalen Reduktion unterworfen werden.

Ibid. Here it is clear: a second transcendental reduction must yet again be applied on the transcendental ego (which we gained from the first transcendental reduction), because this transcendental ego is itself already something constituted. Now, because it is constituted by itself, what the second reduction reveals is the accomplishment by which it constitutes itself: by primal temporalization, that is, the Ur-Ich as correlate.

Aber dieses transzendentale Ich und dieses ihm eigene transzendentale Leben ist schon ein konstituiertes Gebilde und als das einzuklammern. Das besagt, wir kommen durch diese Reduktion letztlich auf ein transzendentales Ur-Ich und ein transzendentales Urleben, in dem jenes transzendentale konkrete Ich (mit dem transzendentalen Leben, in dem es aktives und affiziertes, in dem es überhaupt in seiner Weise leistendes ist) gezeitigt wird, Sein gewinnt in einer immanenten transzendentalen Zeitlichkeit.

So we must distinguish: Zeit (transzendent) - Zeitigung (immanent) - Urzeitigung (prä-immanent)

Wir müssen also scheiden: Auf der einen Seite haben wir den zeitlichen Bewusstseinsstrom und auf diese Zeitlichkeit bezogen das transzendentale Ich der Akte, der Vermögen, der erworbenen Habitualitäten, das eine raumzeitliche Welt konstituiert hat und immerfort konstituiert. Andererseits als Urgrund dieser Zeitigung und aller gegenüber dieser immanenten "transzendenten" Zeitigungen das Ur-Ich, konkret gefasst als Ich dieses allzeitigenden Lebens. In gewisser Weise kann man sagen: Alle Zeit entspringt aus Zeitigung, und alle Zeitigung entspringt aus einer Urzeitigung.

Ibid.: "noch zunächst unverstandene"!

Diese Rede ist aber nicht misszuverstehen: Das transzendentale Ich ist immer schon (als mein durch transzendentale Reduktion gewonnenes Ich) das Ich, das in allen Stufen gezeitigt hat und fortzeitigt, sofern es immerzu welt- 35 erfahrendes Ich ist. Aber so wie Erfahrenes nicht reell im Erfahren ist und doch im Erfahren als seiend bewusst ist und "gilt", wie somit die erfahrene Welt ein intentionaler Erwerb und doch nicht reell ist im erfahrenden Leben, worin der Erwerb Bewusstseinsund Geltungserwerb ist, so ist es auch in der Urstufe. Sie selbst 5 heißt so als das urphänomenal reelle Leben der Zeitigung, worin sich das erste, das noch zunächst unverstandene, der Zeitigung vollzieht, bzw. worin als rätselhafter irreeller Erwerb die vermeinte aus Erfahrung geltende Zeit oder Zeitwelt liegt.

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