Welt und Unendlichkeit 评价人数不足
读书笔记 Weltwirklichkeit als Erfahrungskategorie

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Bereits von Hegel war der kategoriale Unterschied, der die Wirklichkeit von der Existenz der Dinge trennt, hervorgehoben worden. In der phänomenologischen Bewegung wurde dann von Eugen Fink die Behauptung aufgestellt: "[...] Wirklichkeit ist primär eine Weltbestimmung, ist der Charakter des 'Weltbodens', auf dem die Einzeldinge sich befinden - und kommt erst mittelbar und abgeleitet in gewisser Weise den Dingen zu." Um diese Behauptung zu erhärten, greift Fink auf Husserls Betrachtungen über die Modalisierbarkeit der Erfahrung zurück. Aus diesen Betrachtungen geht deutlich hervor, wie jede Dingerfahrung ständig durch Enttäuschung bedroht bleibt, die sie in Frage stellen, in zweifelhaftes Licht versetzen, als unwahrscheinlich erscheinen lassen, ja sogar vollends durchkreuzen können. Es ist nicht schwer zu sagen, woher diese grundsätzliche Modalisierbarkeit der Dingerfahrung stammt. Sie ergibt sich daraus, dass jede Dingerfahrung VORGREIFENDE AUFFASSUNGEN in sich schliesst, die über das in ihr leibhaftig Gegebene hinausgehen. In diesen vorgreifenden Auffassungen zeichnent sich ein Gesamthorizont ab, dem sich das Einzelding einfügt und der in der Phänomenologie 'Welt' heisst. Die so verstandene Welt meldet sich in jeder Dingerfahrung gleichsam als UNAUSDRÜCKLICH MITERFAHRENER ÜBERSCHUSS an. Sie bekundet sich dabei als jewels schon vorgegeben. Diese Vorgegebenheit der Welt ... die Welt in Gegensatz zu den Einzeldingen als DAS SCHLECHTHIN UNMODALISIERBARE zu bestimmen. In späteren Forschungstexten von Husserl wird in der Tat deutlich, dass ... die Welt Welterfahrung als soche, die in jeder Einzelerfahrung mitgegeben ist, "nicht modalisierbar" ist.

[67] Eugen Fink, Alles und Nichts. Ein Umweg zur Philosophie, Den Haag: Martinus Nijhoff 1959, S. 196. [68] Edmund Husserl, Die Lebenswelt ... [Husserliana 39], Springer 2008, S. 246.

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Allerdings geht Fink zu weit, wenn er die Welt deshalb als ein 'notwendiges Wesen' (ens necessarium) in Sinne eines unbedingten Seienden kennzeichnet. An diesem Punkt trennt er sich von Husserls phänomenologischer Methode ...

[70] Fink, Alles und Nichts, S. 239.

If not ens necessarium, how about ens imaginarius in the (quasi-)Kantian sense?

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